Tristan Gruschka
18.08.2026 16:34
Seniorenmitbestimmung – gemeinsam passende Strukturen vor Ort entwickeln

Wie können Seniorinnen und Senioren ihre Erfahrungen, Wünsche und Anliegen in ihrer Gemeinde einbringen? Und welche Form der Mitbestimmung passt überhaupt zu einem Ort?

Seniorenmitbestimmung kann ganz unterschiedlich aussehen. Ein klassischer Seniorenbeirat ist eine Möglichkeit – aber nicht für jede Gemeinde automatisch die richtige. Denkbar sind auch offenere Beteiligungsformen, Arbeitsgruppen oder eine Kombination verschiedener Formate. Entscheidend ist, dass die Beteiligung zu den Menschen und den vorhandenen Strukturen vor Ort passt.

Das Seniorenbüro des Landkreises Osnabrück unterstützt die ehrenamtlichen Seniorenvertretungen und die Gemeinden bei dieser Aufgabe aus einer übergeordneten und unabhängigen Position. Die Unterstützung richtet sich danach, was vor Ort gerade gebraucht wird. Das kann beispielsweise die Entwicklung eines neuen Beteiligungsformats sein, die Erarbeitung oder Überarbeitung einer Satzung oder auch die Vermittlung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen, wenn unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen.

Beispiel Bohmte: Mitbestimmung gemeinsam entwickeln

Aktuell beschäftigt sich die Gemeinde Bohmte intensiv mit der Frage, wie Seniorenmitbestimmung künftig gestaltet werden soll. Seniorinnen und Senioren aus Bohmte und Hunteburg entwickeln gemeinsam, welche Form der Beteiligung für ihre Gemeinde sinnvoll ist. Das Seniorenbüro des Landkreises begleitet diesen Prozess.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, ein fertiges Modell vorzugeben und dieses anschließend auf alle Gemeinden im Landkreis Osnabrück zu übertragen. Gute Seniorenmitbestimmung entsteht vor Ort.

Zu Beginn stehen deshalb Fragen wie:

  • Welche Form der Seniorenbeteiligung passt zu unserer Gemeinde?
  • Wer soll sich beteiligen können und wie niedrigschwellig soll die Beteiligung sein?
  • Welche Aufgaben und Anliegen soll eine Seniorenvertretung übernehmen?
  • Wie arbeitet sie mit Politik und Verwaltung zusammen?
  • Welche Rechte und Möglichkeiten zur Mitwirkung braucht sie?
  • Steht ein eigenes Budget zur Verfügung?
  • Welche Regeln, Zuständigkeiten und Routinen sollten verbindlich vereinbart werden?
  • Wie sorgen wir dafür, dass die Beteiligung dauerhaft funktioniert und nicht von einzelnen Personen abhängig ist?

Das Seniorenbüro begleitet Gemeinden und ehrenamtlich Engagierte dabei, auf diese Fragen ihre eigenen Antworten zu finden. Denn Seniorenmitbestimmung funktioniert besonders dann, wenn die Beteiligten ihre Strukturen gemeinsam entwickeln und diese zu den Bedingungen ihrer Gemeinde passen.

Wie sieht Seniorenmitbestimmung bei Ihnen aus?

Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrer Gemeinde gemacht? Gibt es bereits einen Seniorenbeirat, eine Seniorenvertretung oder andere Möglichkeiten, sich einzubringen? Was funktioniert gut – und wo wünschen Sie sich Veränderungen?

Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Ideen hier im Forum.

Aktuelle Senioren-Mitbestimmungsformate

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